Ein Blog von Arno Abler
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Seniorenheim Wörgl

Gestern gab es im Wörgler Gemeinderat eine sehr emotionale Diskussion um das Für und Wider einer Doppelbelegung von 10 bisherigen Einzelzimmern in unserem Seniorenheim.

Grund für den Antrag war die begrenzte Heimkapazität von 120 Betten, die ständig voll belegt sind und mittlerweile zu einer beständig ansteigenden Warteliste geführt haben. Voraussetzung der Doppelbelegung ist die freiwillige Bereitschaft dafür seitens der betroffenen Bewohner bzw. – im Demenzfall – von deren Angehörigen. Die Größe der Zimmer reicht jedenfalls dafür aus.

Die Gegner wenden ein, dass diese Freiwilligkeit nicht immer sicher gestellt werden kann und gerade durch den Wegfall des Angehörigenregresses (Zahlungsverpflichtung für die Kinder) mit Jänner heurigen Jahres ein finanzieller Druck auf die Heimaufnahme, notfalls eben auch in Doppelzimmern, führen würde, dem die betagten Menschen nichts entgegen zu setzen hätten. Man sieht diese Doppelzimmer gerade bei pflegebedürftigen Heimbewohnern als unwürdig an und führt auch die teilweise Ablehnung durch Ärzte und Pflegepersonal ins Treffen.

Die Befürworter, zu denen auch ich mich bekenne, sehen darin eine Notmaßnahme, um überhaupt einen eventuell dringend benötigten Heimplatz anbieten zu können, bis eine Erweiterung des bestehenden Seniorenheims technisch und finanziell möglich ist. Wobei auch für mich die Sicherstellung der Freiwilligkeit höchste Priorität hat.

Es gibt durchaus ältere Menschen, die sich von der Zimmerteilung mit einem zweiten Heimbewohner mehr sozialen Kontakt, Abwechslung und Kommunikation erwarten. Auch die vorübergehende Aufnahme zu pflegender Angehöriger, um einmal wieder einen Urlaub nehmen zu können, ist von Seiten der Angehörigen ein Argument. Auch der Vergleich mit Krankenhäusern, in denen es normalerweise überhaupt keine Einzelzimmer gibt, ist durchaus zulässig.

Das wichtigste Argument, das dafür spricht, ist aber wohl die Tatsache, dass bei Vollauslastung ein dringend benötigter Heimplatz eben gegebenenfalls nur in einem Doppelzimmer oder eben überhaupt nicht angeboten werden kann. Da wird man in vielen Fällen diesen Kompromiss gerne eingehen.

Der Gemeinderat hat jedenfalls nach langer Debatte die vorübergehende Doppelnutzung von bis zu 10 Zimmern mit großer Mehrheit angenommen.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

Tags:
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