Ein Blog von Arno Abler, Bürgermeister der Stadt Wörgl
Wörgl - Panorama

Herzlich willkommen auf meinem Blog "Wörgl-Panorama"!

Als Bürgermeister der Stadt Wörgl trage ich die Hauptverantwortung für die Entwicklung dieser Gemeinde.
Aber wohin die Reise geht, entscheiden mit mir die Mitglieder des Stadt- und Gemeinderats, die Verantwortlichen der Vereine, Betriebe und Behörden und allen voran der Souverän, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

In diesem Blog zeige ich Ihnen meine Sicht auf Wörgl und zahlreiche Themen, die mich in der Stadt und darüber hinaus beschäftigen. Ich lade Sie herzlich ein, mit mir zu diskutieren und freue mich auf Ihre Sicht. Ihre Ideen, Vorschläge aber auch Kritik sollen helfen, gemeinsam den besten Weg zu gehen.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl


Kindergartenaufführung "Die kleine Raupe Nimmersatt"

Heute Nachmittag war einer jener seltenen Gelegenheiten, wo man vor Freude eine Gänsehaut kriegt. Der gesamte Kindergarten "Grömerweg" führte in der Aula des Bundesschulzentrums "Die kleine Raupe Nimmersatt"auf.

Anlässlich des 40. Jubiläums dieses erfolgreichen Kinderbuchs hatten die Kindergärtnerinnen und Helferinnen unter der Leitung von Heidi Achrainer mit ihren Kindergartenkindern die Geschichte mit vielen liebevollen Details, wunderschönen Kostümen und mit den Kindern aufwändig gestalteten Accessoires als Theaterstück einstudiert und gaben dieses als Premiere und gleichzeitig einmalige Aufführung in Anwesenheit der erwartungsfrohen Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde.

Das Lampenfieber zu Beginn der Aufführung war geradezu körperlich spürbar in der großen Halle, in der in einem schlichtem Bühnenbild das Lebensumfeld der Raupe dargestellt war. Und die Kinder gaben ihr Bestes. Sie liefen als Blumen, Raupenbestandteile, Sonnenstrahlen, Obst und Gemüse, Musiker, Erzähler und Schmetterlinge zu darstellerischer Höchstform auf. Man spürte die Begeisterung, die Freude, aber auch die Spannung im ganzen Raum, was am Ende natürlich zu frenetischem Applaus führte.

Wie schön, zuzusehen, wenn sich Kinder für etwas voll begeistern und engagieren können, wenn sie im Hier und Jetzt in ihrer jeweiligen Aufgabe regelrecht aufgehen, wenn sie akribisch ihre Rolle ausfüllen und zuletzt zurecht mit Stolz ihren Beifall genießen. Wir Erwachsenen sollten öfters zu solchen Aufführungen gehen, damit wir nicht vergessen, wie intensiv das Leben ist.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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Europa

In einem Interview im heutigen Standard kritisiert der ehemalige Vizekanzler Erhard Busek (ÖVP), dass man seit dem EU-Beitritt 1995 verabsäumt hätte, die Rolle Österreichs in Europa klar zu definieren, und sieht darin einen der Hauptgründe für die breite EU-Skepsis in unserem Land.

Damit hat er wohl Recht. Die Einstellung der Österreicherinnen und Österreicher, deren Zustimmung zum Beitritt damals durch massive Informations- und Überzeugungskampagnen erreicht worden ist, wurde anschließend sich selbst und damit populistischen Strömungen überlassen. Eine klare, verständliche und transparente Information über die europäischen Ziele und Schwerpunkte fehlt seither weitgehend.

Damit fehlte wohl auch der notwendige Diskurs zur Definition der österreichischen Rolle innerhalb des „Vereinigten Abendlandes“. Zwar wurde gelegentlich vom Brückenkopf nach Osten, der Drehscheibe zum Balkan oder dem neutralen Gegenpol zu einer europäischen Militärzone gesprochen, aber eine klare Ausrichtung oder ein gesamteuropäisches österreichisches Selbstverständnis gibt es bis heute nicht.

Dabei hätte Österreich zahlreiche hervorragende Kompetenzen, die es federführend in der Union einbringen könnte, wie zum Beispiel den alpinen Tourismus, die öffentliche Verwaltung samt eGovernment (hier sind wir seit Jahren Europameister), die im Föderalismus tatsächlich gelebte Subsidiarität, erneuerbare Energien oder auch die historische Wiener Kultur. Offensichtlich fehlt uns aber noch immer das nationale Selbstbewusstsein, das uns 1919 in Saint-Germain abhanden gekommen ist, das jetzt als konstruktive Kraft im Wettbewerb um Ideen und Konzepte mit den anderen Staaten Europas aber sehr hilfreich wäre. Dafür haben wir auf der anderen Seite ein Zuviel an nationalem Pathos, um nicht zu sagen nationaler Überheblichkeit, das uns immer wieder die Nichtkonformität Europas mit unseren post-donaumonarchistischen Werten vor Augen führen will. Dieses Problem teilen wir allerdings mit etlichen anderen Staaten.

Ein unverkrampftes Verhältnis Österreichs zur EU ist für eine gedeihliche Zukunft unumgänglich. Dafür braucht es aber einen Paradigmenwechsel im heimischen Denken vom bipolaren „Die dort in Europa und wir hier in Österreich“, wo ständig über Mängel und Defizite debattiert wird, hin zu einem integrativen Verständnis unseres gemeinsam zu gestaltenden Abendlandes, dessen auf historischen Gemeinsamkeiten aufbauende kulturelle Vielfalt eine einzigartige Chance für die Bewältigung der anstehenden globalen Herausforderungen ist. Heißt schlicht: Das Gemeinsame vor das Trennende stellen!

Die morgige Wahl wird an dem Problem wohl nicht viel ändern. Trotzdem dürfen wir sie nicht ungenutzt verstreichen lassen. Alle demokratisch gesinnten Kräfte, für die Europa nicht nur ein Büro in Brüssel ist, müssen ihr Wahlrecht wahrnehmen. Schließlich zählt bei niedriger Wahlbeteiligung die einzelne Stimme umso mehr.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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Kindergartenspaß

Am Tiroler Gemeindetag stellte heute Landesrätin Dr. Beate Palfrader erstmals offiziell das neue Gratiskindergartenkonzept für Tirol vor, das bereits ab dem heurigen September in Kraft treten soll.

Hier die Eckdaten:

- Für die zwei letzten Kindergartenjahre vor dem Schulbesuch (Kinder über 4 Jahre) erhalten die Träger (Gemeinden) einen Pauschalbetrag von € 450,-- pro Jahr für jedes betroffene Kindergartenkind (für die 4-jährigen bezahlt den Betrag das Land Tirol, für die 5-jährigen die Republik Österreich. Für letzteres gibt es bundesweit eine 15a-Vereinbarung mit den Ländern, ersteres macht Tirol freiwillig. Die Regelung gilt für 20 Wochenstunden vormittags und deckt den Entfall der bisherigen Gemeindeeinnahmen in jedem Fall ausreichend ab.

- Dafür sind diese beiden Jahre mit Ausnahme allfälliger Gebühren für Verpflegung, Nachmittags- und Sommerbetreuung für die Eltern ab Herbst vollkommen kostenlos.

- Für die 5-jährigen (letztes Kindergartenjahr) wird der Besuch des Kindergartens sozusagen als Vorschuljahr ab 2010 grundsätzlich verpflichtend werden. Die notwendigen Kapazitäten dafür sind bereits weitestgehend vorhanden.

Das Konzept hat am 2. Juni die Tiroler Landesregierung passiert und wird wohl im Juli-Landtag beschlossen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass dem Land durch diese Regelung ein Meilenstein in der Entwicklung der Kinderbetreuung geglückt ist. Für Geringverdiener war der Besuch ihres Sprösslings im Kindergarten bisher finanziell oft schwer zumutbar, obwohl es in vielen Gemeinden – so auch in Wörgl – bei Bedarf großzügige soziale Hilfen gibt, deren Beantragung aber natürlich auch immer eine Hürde darstellt.

Mit dem bereits bisher bereitstehenden „Kindergeld Plus“ von € 400,-- für die 2 – 4-jährigen wurde nun die Lücke der Kinderbetreuung und –pädagogik bis zur Schule geschlossen. Damit steht jetzt in Ergänzung zur heimischen Erziehung ein durchgängiges, effizientes und hochqualitatives Betreuungs- und Bildungssystem schon vor Schulbeginn zur Verfügung. Nur wer nie gesehen hat, mit wie viel Liebe, Herz und Empathie die Kindergartenpädagoginnen und Helferinnen in unseren Kindergärten arbeiten, kann das wirklich ablehnen. Unter Fachleuten ist der Wert des Kindergartens für die Bildungsentwicklung absolut unbestritten.

Wir haben im Kreise der Bürgermeister nur ein wenig befürchtet, dass die Gemeinden hier neuerlich zum Handkuss kommen und nur Teile des Einnahmenentfalls ersetzt werden. Die Sorge war umsonst. Hut ab, Frau Landesrätin. Dieser Wurf ist gelungen!

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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gratiskindergarten , kindergarten , land tirol


Twitter

Twitter ist in allen Online-Schlagzeilen. Doch was man damit genau machen kann, liest man dabei selten.

Für Nicht-Insider: Twitter ist ein soziales Netzwerk, auf dem man kurze Meldungen von 140 Zeichen an Leute verschicken kann, die einem folgen (follower). Gleichzeitig bekommt man all die Meldungen von den Leuten, denen man selber folgt. Was das genau für Meldungen sind, steht dem Schreiber frei. Das geht von der bedeutsamen Mitteilung, dass einem das Frühstück geschmeckt hat, über Tipps und Hinweisen zu diversen Themen, Links auf Interessantes im Web und brandaktuelle Neuigkeiten aus aller Welt bis hin zu Werbung und konkreten Angeboten von Unternehmen.

Es ist nicht leicht, sich hier zurechtzufinden, habe ich das Wochenende über bei meinen ersten Gehversuchen im Zwitscheruniversum leidvoll festgestellt, aber irgendwie hat es schon seinen Reiz. Wie bei allen Neuerungen im Web 2.0 muss auch Twitter erst aus der Krabbelstube kommen und seinen konkreten Nutzen beweisen. Einige verdienen bereits jetzt ihr Geld damit, andere versuchen, Interessantes zu erfahren und dabei die Spreu vom Weizen zu trennen.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob das Gezwitscher auch in unseren Breiten seinen Weg machen wird und irgendwann vielleicht im Gemeindebereich für eine rasche und direkte Information eingesetzt werden kann. Derzeit ist es einfach zu unübersichtlich für echte zielgerichtete Information. In ganz Österreich scheinen derzeit erst rund 800 Twitterer auf. Man hat also mit Sicherheit noch nichts verpasst. Bin sehr gespannt, wohin das führt. Wenn Sie auch reinschnuppern, folgen Sie mir doch unter http://twitter.com/Arno_Abler.

Update vom 2.6.09:
Hier gibt es eine gute Erklärung, was Twitter sein kann (http://bit.ly/14pXuT), die mir Twitterer kulturmanager geschickt hat.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
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Europäische Union

Glaubt man den Umfragen zum Beispiel auf standard.at, so werden – vor allem in Österreich – nächsten Sonntag mit nur 21 % so Wenige ihr Wahlrecht wahrnehmen, wie noch nie.

Die EU-Wahlen am 7. Juni drohen zu einem Debakel für die Demokratie zu werden, die sich unsere Vorfahren mit Blut und Tränen erkämpfen mussten. Der Wahlkampf ist mau und kaum wahrnehmbar. Kein Wunder also, dass sich die Bürger dafür nicht erwärmen, wenn es nicht einmal die Politiker tun. Aber was ist schuld daran, dass das Interesse für die EU derartig gering ist, obwohl uns dieses mutige Konzept immerhin über 60 Jahre Frieden und einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung gesichert hat?

  • Die heimischen Politiker aller Couleurs verwenden die EU oft als Schutzschild und willkommenen Prügelknaben, um unpopuläre Entscheidungen einer anonymen Organisation in die Schuhe schieben zu können, statt deren Notwendigkeit zu erklären und zu vertreten.
  • Das Interesse der Menschen ist naturgemäß dort am größten, wo man unmittelbar Einfluss nehmen und die Auswirkungen von Entscheidungen sehen und zuordnen kann. Hier kommt zuerst die Gemeinde, dann das Land, dann der Bund und erst danach Europa.
  • Die von Zweckpopulisten ständig proklamierten Mängel der EU sind an den Stammtischen viel leichter verdaulich als die zahlreichen komplexen Benefits, die uns die Union gebracht hat, und die man oft erklären und verstehen muss.

Das Bild der EU muss dringend reformiert und objektiviert werden. Dazu sind alle Politiker aufgerufen, vor allem jene, die auf europäischer Ebene Einfluss haben und Verantwortung tragen. Den heutigen Bürgern kann man nämlich durchaus auch unbequeme Wahrheiten zumuten, wenn sie konsequent und transparent vertreten werden.

Das Wichtigste ist jedoch, das Wahlrecht auch in Anspruch zu nehmen. Die Demokratie steht nämlich nicht zur Wahl, aber bei ständig sinkenden Wahlbeteiligungen vielleicht bald zur Disposition!

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
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demokratie , eu-wahl , wahlrecht


Tirol-Milch Wörgl

Dass die Tirol-Milch dieser Tage ihren 80. Geburtstag feiert, freut mich, ist sie doch einer der größten Arbeitgeber in der Stadt Wörgl und das Flaggschiff der Tiroler Milchwirtschaft. Leider kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in der Milchbranche derzeit massive Probleme gibt.

Der Milchpreis befindet sich im freien Fall und reagiert damit, wie in Märkten üblich, auf sinkende Nachfrage und ein steigendes Angebot. Die kleinen Landwirtschaftsbetriebe können so aber nicht kostendeckend arbeiten und bangen um ihre Existenz. Längst haben aber die Verantwortlichen gewusst, dass die Milchquotenregelung und die Preisstützung in der EU dem Ende zugehen und man sich auf die freien Marktmechanismen einstellen muss. Trotzdem hat man kaum reagiert. Irgendwie wird's schon weitergehen, scheint die Devise der landwirtschaftlichen Vogel-Sträuße gewesen zu sein. Irgendwie erinnert mich das an den Bauarbeiter, der vom Gerüst des Hochhauses fällt und in Höhe des ersten Stockes zu sich sagt: "Bis jetzt ist ja alles gut gegangen!"

Die Milchquoten und -preisstützung sind ein Relikt aus Zeiten der Planwirtschaft, die längst gescheitert ist. Der Markt muss auf Veränderungen in der Nachfrage reagieren, im Konkreten durch Änderung der Bewirtschaftungsgrundlage von der Milchwirtschaft zur Muttertierhaltung, Schweine-, Hühner- oder Truthahnzucht - oder was auch sonst immer Nachfrage findet. Es kann doch nicht sonnvoll sein, mit EU-Geldern die Milchproduktion zu fördern und dann die Milch wegzuschütten!

Die Bauern hätten längst auf den unvermeidlichen Weg ins Unternehmertum vorbereitet werden müssen und durchaus auch können. Nach versäumten Jahren wird die Landung wohl immer härter werden. Dabei sind die Landwirte besonders wichtig für die heimische Wirtschaftsstruktur, Landschaftspflege, den Tourismus und die Nahrungsmittelversorgung. Aber wenn starre Strukturen auf den globalen Markt treffen, können sie nicht bestehen. Wenigstens jetzt, angesichts der dramatischen Entwicklung des Milchpreises, muss endlich mit einer konkreten Strategie reagiert werden. Ich werde in einem der nächsten Beiträge hier einen konkreten Vorschlag machen.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
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bauern , milchwirtschaft , tirol-milch , wirtschaft


WAVE - Liegewiese

Ich kann sie schon verstehen - die Kritik, dass Kufstein jetzt ein nagelneues großzügiges Freibad hat, das die Wörgler Wasserwelt WAVE, die sonst alles kann, nicht bietet. Aber man muss hier fairerweise das Becken im Bad lassen und Äpfel mit Äpfeln vergleichen.

Das WAVE war von Anfang an dafür konzipiert, das ganze Jahr über Badevergnügen zu bieten. Dafür hat man das Konzept eines Erlebnisbades mit 25-Meter-Becken gewählt und vor allem die Zielgruppe der Sport- und Gesundheitsschwimmer, der Kinder und Jugendlichen sowie der Saunagäste angesprochen.

Für den Sommer hat man einen möglichst großen Freibereich mit einem Außenbecken gebaut, der natürlich nicht mit einem "echten" Sommerfreibad mithalten kann. Im Gebäude selbst steht aber auch für den Sommer mit Wellenbad, Lagune, Sportbecken und diversen Rutschen mehr Wasser- und Action-Fläche zur Verfügung als in jedem anderen Bad. Für eine Erweiterung des Freibereichs fehlte und fehlt einfach auch der Platz. Die derzeit in Umsetzung befindliche Attraktivierung kommt somit speziell den Kleinkindern mit dem Spielbach, den größeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit der Looping-Rutsche und den Wellnessfans mit der Poolbar entgegen.

Dass man trotz immer wieder geäußerter Wünsche kein weiteres Freibecken baut, liegt zum Einen daran, dass dann die Liegefläche zu Lasten der Sonnenbadegäste noch kleiner würde, zum Anderen daran, dass ein solches einen eigenen, im Betrieb sehr teuren, Wasserkreislauf benötigen würde und nur für die relativ wenigen Badetage in der Sommerzeit genutzt werden könnte.

Das WAVE ist wie jede Einrichtung ein Kompromiss. Aber einer, bei dem darauf geachtet wurde, möglichst vielen Menschen ein ganzjähriges, attraktives Angebot zu machen. Dass man damit nicht alle zufriedenstellen kann, liegt leider in der Natur jedes Kompromisses.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
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Jesus am Kreuz

In Wien hat jüngst H. C. Strache mit einem Kreuz in der Hand gegen die Einrichtung eines islamischen Gebetsraums in einem Bürohaus demonstriert, bei dem WEDER Kuppel NOCH Minarett vorgesehen sind.

Wenn er dabei in seinen Äußerungen leichtfertig die Dämme gegen die Gewalt langsam aber stetig immer weiter abbaut und gleichzeitig das Kreuz als ein Symbol für die abendländische Kultur in die Menge hält, fühle ich mich mit meinem Blogbeitrag über die menschlichen Grundwerte mehr als bestätigt.

Strache verwechselt dabei ganz offensichtlich – bewusst oder unbewusst – die Werteebenen. Er predigt über die Werte des Abendlands, das er in Christenhand sehen will, obwohl wir seit Jahrhunderten gut damit gefahren sind, Kirche und Staat strikt zu trennen. Die von ihm gepriesenen Werte der Ebene 2 (Kultur, Sprache, völkische Identität, etc.) sind grundsätzlich durchaus sinnvolle und wichtige gesellschaftliche Konventionen. Sie prägen unser Selbstverständnis und erleichtern richtungsweisende Entscheidungen - mit Vorsicht gehandhabt. Ihre fanatische Dogmatisierung hat aber in der Vergangenheit unendlich viel Tod, Hass und Verzweiflung über die Menschheit gebracht. Ich erinnere ungern an die Kreuzzüge, die Hexenverbrennung, den Sklavenhandel, den Dreißigjährigen Krieg, die Napoleonische Unterwerfung Europas, die Kolonialisierung der Dritten Welt, den ersten Weltkrieg, den Holocaust und die deutsche Großmannssucht im zweiten Weltkrieg.

Aber Strache benutzt für die Argumentation dieser Werte der mittleren Ebene ungeniert das Kreuz, das Symbol von Jesus Christus, den immer nur die wahren Grundwerte interessiert haben, der Feindbilder, Hass und Überheblichkeit stets abgelehnt hat.

Jesus lebte als Mensch kompromisslose Integrität, seine Wertschätzung galt den gefallenen Sündern genauso wie seinen treuesten Jüngern und er starb am Kreuz aus Solidarität für die gesamte Menschheit.

Wahrscheinlich hat der eifernde Herr Strache sich mit diesen Grundwerten nicht beschäftigt. Offenbar hat er weder aus der vorgeschützten christlichen Religion noch aus der Geschichte etwas gelernt.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
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kreuz , strache , werte


Städtischer Bauhof

Heute Nachmittag habe ich die Jungs im Wörgler Bauhof besucht. Sie haben auf Initiative des neuen Leiters Klaus Huber, der einen ausgezeichneten Job macht, ein kleines internes Fest gefeiert, weil man bekanntlich nicht nur arbeiten sondern gelegentlich auch entspannt und gemütlich feiern soll.

Der Anlass ist eigentlich schon ein Weilchen her. Es war der heurige Winter! Er war - zumindest bei uns in Wörgl - nicht außergewöhnlich schneereich und auch nicht extrem kalt, aber der Winterdienst war aufgrund des unregelmäßigen Schneefalls und des schwierigen Temperaturprofils, das häufig um den Gefrierpunkt zwischen Eis und Wasser schwankte, eine besondere Herausforderung für die Männer im Bauhof, die daran gemessen werden, wie sich Wörgl unter diesen schwierigen Bedingungen präsentiert.

Das Feedback konnte sich sehen lassen. Selten habe ich soviel positive Resonanz über den städtischen Winterdienst gehört als in und nach diesem Winter. Die Bauhofmitarbeiter haben tapfer gegen den überall gleichzeitig fallenden Schnee gekämpft, haben die bei der Räumung hinterlassenen Schneehügel sofort nach Ende des Schneefalls dezent aus der Stadt verräumt, die Streuung rechtzeitig und dosiert bei Eisglätte vorgenommen und Salz sparsam vorab nach Eiswarnungen eingesetzt. So, wie sich die Bürger das zu Recht von der Stadt erwarten.

Auch sonst macht unser Bauhof in Wörgl eine gute Figur. Die Jungs sind motiviert, bringen sich aktiv ein und legen ihr Engagement - jeder an seinem Platz - überall dort hinein, wo Wörgl damit sicherer, sauberer, besser und lebenswerter wird. Nicht immer werden sie dafür bedankt, manchmal ernten sie auch Kritik von Leuten, die die Hintergründe nicht kennen oder nur ihre eigenen Interessen sehen. Aber meist spüren Männer - oft nach einem kurzen persönlichen Gespräch - dass ihre Arbeit als Heinzelmännchen der Stadt Wörgl, als "Männer für alles", überall wo Not am Mann ist, geschätzt und geachtet wird.

Ich freue mich für die Stadt, dass hier Einsatzbereitschaft und Herzblut spürbar und in der täglichen Arbeit sichtbar wird, und es erfüllt mich mit Stolz für das Team in unserem Bauhof, dass das auch in der Bevölkerung gesehen und anerkannt wird. Macht weiter so, Leute! Dafür lohnt es sich auch, gelegentlich zu feiern.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
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Aufmarsch vor dem "Wörgler Rearer" - Foto: Hannes Mallaun

Am 13. Mai jährte sich zum 200sten Mal die desaströse Schlacht bei Wörgl, in der rund 1000 Menschen an beiden Frontlinien ihr Leben verloren und ein erheblicher Teil des Dörfchens Wörgl niedergebrannt wurde.

Grund genug für die Schützen, Kameraden, Werte- und Traditionsvereine des verheerenden Ereignisses von 1809 zu gedenken, einen Kranz niederzulegen, eine Mahnwache vor dem Gefallenendenkmal, dem trauernden ‚Wörgler Rearer‘, zu stellen und am Grattenbergl, einem der Zentren des damaligen Schlachtgeschehens, eine Gedenkmesse zu feiern und eine Mahntafel aufzustellen.

Auf den ersten Blick mag das dem unbedarften Zuschauer so erscheinen, als wären diese Aufmärsche allein dazu da, die einstige verlustreiche Schlacht zu betrauern und die Helden zu verehren, aber damit würde er die Sache nicht komplett erfassen.

Natürlich sind die Traditionsvereine dazu da, die Ereignisse der Vergangenheit zu überliefern, zu tradieren, aber nicht, um sie zu verherrlichen, sondern um als gemeinsames Mahnmal daran zu erinnern, was schiefgelaufen ist in unserer Gesellschaft. Sie sollen uns stets ermahnen, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, ja, immer wieder darüber nachzudenken und Lösungen zu finden, welche mit unseren menschlichen Grundwerten konform sind.

Wir reden hier also über Werte und nicht über Kriege. Nicht umsonst hat Wörgl das Jahr 2009 zum Jahr der Werte erklärt und führt mit einem bunten Reigen von Veranstaltungen an dieses Thema heran. Was sind denn aber nun diese Werte, die so wichtig sein sollen? Ich möchte hier drei Kategorien unterscheiden:

Zum ersten die Modeströmungen: Diese Werte drücken sich beileibe nicht nur in der Kleidung aus sondern vor allem auch in der Sprache und Kommunikation, den Gewohnheiten, Treffpunkten oder im Vereinsleben, sind meist nicht sehr nachhaltig, werden kaum emotional verteidigt, dienen aber dazu, die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen zu symbolisieren. Manche Werte der Jugend sind zum Beispiel ganz andere als die der Erwerbsgesellschaft, aber auch die der älteren Generation.

Schwierig wird es bei den gesellschaftlichen Werten: Vordergründige religiöse Riten und Regeln, Ideologien aber auch Heimatverbundenheit und Kultur sind durchaus legitim und sogar wichtig für das Funktionieren ganzer Staaten, Kulturkreise oder Religionsgemeinschaften. Sie bergen aber, wenn man nicht vorsichtig mit ihnen umgeht, die enorme Gefahr, mit den echten Grundwerten verwechselt zu werden und wie Götzenbilder im Kampf gegen Andersdenkende als Rechtfertigung für Gewalt, Grausamkeit und Unmenschliches zu dienen. Diese Werte gründen nicht sehr tief im ethischen Boden, sind aber identitätsstiftend und daher sehr stark emotional verankert. Die Folge dieser Fehleinschätzung sind Ausländerfeindlichkeit, Rassenressentiments, kulturelle Überheblichkeit, internationale Konflikte und Religionskriege. Diese Werte haben in der Geschichte der Menschheit den mit Abstand größten Schaden angerichtet und ich glaube sogar, dass es die Hauptaufgabe der Menschheit ist, wenn es denn eine Aufgabe gibt, diese Ebene der Werte irgendwann zu überwinden.

Damit sind wir bei den fundamentalen Grundwerten der Menschheit angelangt, die sich wenig überraschend auch mit den wahren Grundwerten aller Weltreligionen decken, bei jenen Werten, die tief im Leben verankert und schlechthin die Basis der Menschlichkeit sind. Diese Werte stehen nicht zur Disposition, sie aufzugeben bedeutet zugleich aufzuhören, Mensch zu sein.

Ich habe für mich dabei drei Ankerwerte identifiziert, aus denen zahlreiche andere abgeleitet werden:

- Die persönliche Integrität nach innen.
Sie bedeutet nichts anderes als zu versuchen, ein guter Mensch zu sein. Darauf bauen Ehrlichkeit, Zufriedenheit, Gerechtigkeit, Bescheidenheit aber auch Bildungs- und Lernbereitschaft auf.

- Die Wertschätzung dem Mitmenschen gegenüber.
Sie gebietet, jedem Menschen ohne Ansehung von Rasse, Religion, Stand oder Kultur in Achtung und positiver Grundhaltung gegenüberzutreten. Davon leiten sich Toleranz, Vertrauen, Ehre oder Würde ab.

- Die Solidarität gegenüber der gesamten Menschheit.
Sie verlangt die aktive Anteilnahme an der Durchsetzung der Grundwerte und der Verbesserung unserer Welt. In ihrem Gefolge finden wir Altruismus, Zivilcourage, Engagement und Verantwortung.

Das Jahr der Werte soll uns Anlass sein, über diese Dinge nachzudenken und uns mit unseren persönlichen Werten, mit den Werten unseres Umfelds, unserer Gemeinde, Kultur und Gesellschaft und mit den echten Grundwerten auseinanderzusetzen. Dazu lade ich Sie ganz herzlich ein!

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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1809 , tradition , werte , wertejahr


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