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Geld- und Bodenreform
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Die Freiwirte forderten den Ersatz der Goldwährung durch unter Umlaufzwang stehendes Geld (= Freigeld), dessen Kaufkraft unter allen Umständen gleich bleibt (weder Inflation noch Deflation), das im Verhältnis zum Waren- und Leistungsangebot umläuft (Festwährung).
Die private Nationalbank sollte durch ein staatliches Währungsamt ersetzt werden, das die Geldmenge und Umlaufgeschwindigkeit so steuert, daß keine Stockungen auftreten. Zur Geldreform gehörte auch die Beseitigung der Zinswirtschaft.
Die Bodenreform sah eine Vergesellschaftung des Bodens ohne Zwang vor, indem die Öffentlichkeit ein Vorkaufsrecht auf Grund und Bodenschätze eingeräumt wird. Die bisherigen Besitzer erhielten dafür ein Vorpachtrecht.
Freihandel und Aufhebung des Paßzwanges wurden ebenso gefordert wie die Schaffung eines freiwirtschaftlichen Währungsblockes, in dessen Mitgliedsstaaten ein Fünftel der umlaufenden Geldmenge durch ein in allen Mitgliedsstaaten gültiges Geld ersetzt wird.
Silvio Gesells Wirtschaftstheorie fand viele tausend Anhänger, die sich in staatlichen Verbänden organisierten, ausgehend von der Schweiz auch in Deutschland, Österreich, in der Tschechoslowakei, im ehemaligen Jugoslawien, in Estland, etc. In den 30er Jahren führten die Verbände ihre eigenen periodisch erscheinenden Zeitungen.
Parolen der Bewegung waren damals u.a.: "Der Weg in die Freiheit führt über das Grab des Zinses", "Inflation und Deflation sind Raubzüge der Geldgewaltigen", "Kapitalzins und Grundrente sind tiefste Sklaverei der Schaffenden", "Nur mehr Einkommen aus Arbeit, nicht aus Besitz."
Sie unterschieden sich von den Kounisten wesentlich durch die Anerkennung des Eigentums und der Marktwirtschaft.
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