Was wollten die Freiwirte?

Die Freiwirtschaftliche Bewegung in Wörgl (links sitzend Rosa Unterguggenberger, dritter von links stehend, ihr Vater, Herr Schaiter)

Ziel der Bewegung war eine krisenfreie Marktwirtschaft und mehr soziale Gerechtigkeit: Das arbeitende Volk sollte den vollen Ertrag seiner Arbeit erhalten.
Die Freiwirtschafter führten die Not der Zeit auf das kapitalistische Wirtschaftssystem und das römische Bodenrecht zurück, verurteilten Spekulation und Zinsnehmen. Arbeit und Wohlstand für alle war das Ziel, das mit friedlichen Mitteln erreicht werden sollte - mit Hilfe einer Geld- und Bodenreform.
Da das Geld eine zentrale Rolle im Wirtschaftsgefüge spielt, setzt Gesells Theorie in erster Linie da an. Geldstauungen bewirken Warenstauung, Arbeitslosigkeit und in der Folge Verarmung und soziale Unruhen.
Während alle Waren im Lauf der Zeit weniger wert werden - weil sie verderben, unmodern werden oder Lagerkosten verursachen - kann Geld ohne Risiko gehortet werden, ist so den Wirtschaftswerten überlegen. Das Geld sollte also einem Schwund unterworfen werden, wobei Gesell von rund 5 bis 6 % jährlicher "Geldsteuer" ausging. Davon nicht betroffen waren Spareinlagen bei Kassen. Dieser Schwund sollte als Umlaufzwang wirken.

© Stadt Wörgl

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