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Die Mineralquelle von Bad Eisstein

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Bad Eisenstein
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Upload-Datum: 05. März 2009
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Standort 6300, Wörgl
Kategorie Sage
Beschreibung
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Bad Eisenstein
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Einleitungstext

Die Sage von der Entdeckung der Badl-Heilquelle wurde überliefert von Konrad Alois Schwärzler aus Schwaz und wurde von Hans Federer in seinem Wörgler Heimatschriftchen Nr. 5 abgedruckt.

In einer späteren Überprüfung des Wassers, welche die Stadtwerke Wörgl in Auftrag gaben, konnten allerdings keine außergewöhnlichen Inhaltsstoffe festgesetllt werden.

Text

Im Unterinntal, nahe bei Wörgl, am rechtsseitigen Berghang, lebte vor Zeiten ein alter Jäger. Seine Hütte stand im Schutze einer steilen Felswand, ein kleiner Garten davor war mit Blumen und Heilkräutern bepflanzt. Am Abend, wenn der Jäger müde von der Pirsch kam, saß er gerne auf der Bank vor der Hütte. Da schweiften dann seine Blicke in die weite Runde. Vor ihm das weite Tal mit seinem Kranz von Bergen, gegen Sonnenaufgang war ein gar hoher und majestätischer Berg und gegen Sonnenuntergang, dem Silberstrom des Flusses entlang, wuchtete zur rechten Hand ein ähnlicher Berg gegen den Himmel. Stromaufwärts im Nebel zeichneten noch viele Bergriesen ihre Kurven in den Abendhimmel. Es war wirklich ein herrliches Fleckchen Erde, das sich da der Jäger als Bleibstatt ausgesucht hatte.

Unweit seiner Hütte klaffte in der Felswand eine Schlucht und darin rauschte ein kühler Wasserfall; in einem notdürftigen Gerinne hatte er sich einen Brunnen in seinen Garten geleitet. Zwei Jagdhunde und ein krankes Reh waren die Genossen seiner Einsamkeit. Im vergangenen Winter sauste eine Lawine zu Tal, und als er kurz darauf über das Trümmerfeld schritt, sah er aus dem Schnee den Fuß eines Rehes herausragen. Rasch grub er das verunglückte Tier aus, doch es war schon tot. Darunter aber lag ein junges Rehlein, das noch lebte. Das hatte das Muttertier mit seinem eigenen Leib vor dem Verderben gerettet. Dieses Junge nahm der Jäger mit in seine Hütte und betreute es sorgsam den ganzen Winter hindurch. Allein ,es wollte nie recht munter werden, sondern kränkelte nur immer so dahin. Das Frühjahr und der Sommer werden es schon wieder aufrichten, so tröstete sich der alte Jäger. So war es dann auch, aber merkwürdig, er machte dabei eine Beobachtung. Das kranke Tierchen verschwand des öfteren in der nahen Schlucht und kam immer nasstriefend wieder zurück. Er schlich sich dem Tiere nach und beobachtete, wie es in der Schlucht im Wasserfall badete und aus dem Bach trank. Immer mehr verlor es das Zittern in den Beinen und immer fester stand es auf der Erde. Bald spielte und tollte es mit den Hunden um die Wette.

Der alte Jäger, dem das Alter und die Mühsaln schon arg in den Knochen saßen, dachte sich, er werde es dem Reh nachmachen. Siehe da, auch er spürte wieder neue Kraft in den wackeligen Füßen und im ganzen Körper. Das Reißen und Zwicken verschwand.

Was für ein Wunderkräutl er denn gefunden habe, fragten ihn die Jäger auf der anderen Talseite, als er wieder frisch und flott des Weges kam. "Wunderkräutl?" Na, ein solches habe er nicht gefunden, aber ein "Wunderwasserl" wohl. Als er ihnen dann die Sache näher erzählte, lachten sie ihn weidlich aus. Nur der alte Hönasberger-Bauer ging kopfschüttelnd davon. Mit meinem Gaul könnt man die Sache gar probieren, murmelte er vor sich hin, brauchen tät's ja ich selber notwendiger.

Er schickte nun des öfteren seinen Hüatabuam in die Schlucht hinab und ließ sich einen Butten voll von dem Wunderwasserl holen. Damit behandelte er dann seinen alten, starren Fuchs, er wusch ihm damit mahrmals des Tages die steifen Haxen und machte ihm nachtüber nasse Umschläge. Natürlich lachten ihn die anderen Bauern tüchtig aus, als sie von der Doktorei erfuhren, aber dies störte den Alten nicht. Mehr ärgerte ihn, dass der alte Fuchs von der Behandlung anscheinend nichts spürte, aber der war eben schon wirklich ein alter, abgerackerter Bursche. Was aber der Hönasberger einmal angefangen hatte, das gab er nicht so bald wieder auf und das war auch dem Gaul recht. Hätter er reden können, so hätte er seinem Bauern schon gesagt, dass es in seinen Haxen kribbelte und krabbelte, als wenn ein Ameisennest in den Gelenken wäre.

Das merkte auch der Bauer, und jetzt versuchte er es an sich selber. Das geschah mit der gleichen Ausdauer und bald stapften er und sein alter Fuchs wieder frisch und munter den Berg hinauf.

Bei den Spöttern im Tal war es ruhig geworden. Zuerst vereinzelt, dann immer mehr, kamen Männlein und Weiblein zur Schlucht gewandert, um Heilung zu suchen gegen Leiden, die das Leben und oft auch traurige Zeiten schufen.

Als dann gar eine geräumige Badehütte errichtet wurde, kamen die Hilfesuchenden von landauf und landab, und sie kamen nicht umsonst.

Quellen

  • Hans Federer - Wörgler Heimatschriftchen V.

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