Ein Blog von Arno Abler, Bürgermeister der Stadt Wörgl
Wörgl - Panorama

Herzlich willkommen auf meinem Blog "Wörgl-Panorama"!

Als Bürgermeister der Stadt Wörgl trage ich die Hauptverantwortung für die Entwicklung dieser Gemeinde.
Aber wohin die Reise geht, entscheiden mit mir die Mitglieder des Stadt- und Gemeinderats, die Verantwortlichen der Vereine, Betriebe und Behörden und allen voran der Souverän, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

In diesem Blog zeige ich Ihnen meine Sicht auf Wörgl und zahlreiche Themen, die mich in der Stadt und darüber hinaus beschäftigen. Ich lade Sie herzlich ein, mit mir zu diskutieren und freue mich auf Ihre Sicht. Ihre Ideen, Vorschläge aber auch Kritik sollen helfen, gemeinsam den besten Weg zu gehen.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl


Party

Die unterschiedlichen Interessen der Wörgler Nachtschwärmer, die in den Lokalen Spaß haben wollen und auf spätere Sperrstunden drängen, und der übrigen Bevölkerung, die zu Recht auf ihre Nachtruhe pocht, wurden immer wieder durch wenige uneinsichtige, meist betrunkene Unruhestifter boykottiert, welche am Heimweg oder beim Lokalwechsel Lärm, Sachbeschädigungen oder Raufhändel anzetteln.

Jetzt gibt es in Wörgl endlich eine tragfähige Lösung für alle!

Bei einem sehr konstruktiven Gespräch am Dienstag habe ich zahlreichen Vertretern der Wörgler Gastronomie einen Vorschlag unterbreitet, der für alle Beteiligten zu einem guten Ende führen kann: Ein privater Security-Dienst wird künftig sporadisch, vor allem aber Freitag und Samstag sowie vor Feiertagen in mehreren Einsatzstaffeln, teilweise verstärkt durch Wachhunde, von 23:00 Uhr bis 6:00 Uhr die Wörgler Innenstadt bestreifen und dabei für Ruhe und Ordnung sorgen. Die Wachorgane werden dabei intensiv mit den Beamten der Polizeiinspektion Wörgl zusammenarbeiten.

Im Normalfall genügt bereits die Präsenz eines Exekutivdienstes, um Eskalationen zu vermeiden und Störungen hintanzuhalten. Die Mitarbeiter sind durchwegs psychologisch geschult und können in Gesprächen mit potenziellen Störenfrieden viele Probleme bereits im Keim ersticken.

Die Kosten von rund € 700,-- pro Woche werden gemeinsam von allen Wörgler Wirten, der Stadt Wörgl und - Gespräche sind noch zu führen - eventuell dem Tourismusverband getragen, wobei die Gewichtung jene Lokale etwas höher daran beteiligt, die in der Innenstadt situiert sind und länger als andere offen halten. Der Beitrag für den Einzelnen ist aber so gering, dass der Vorschlag von allen anwesenden Gastronomen sofort akzeptiert wurde. Jene, die nicht dabei sein konnten, werden nun von ihren Kollegen und den Mitarbeitern der Stadtpolizei im Detail informiert und eingebunden.

Durch diese einvernehmliche Lösung wurde ein beispielhafter Weg eingeschlagen, der einerseits den Wirten ein problemloses Nachtgeschäft ermöglichen soll, den nächtlichen Partygängern ein anregendes Nachtleben garantiert und gleichzeitig der Wörgler Bevölkerung ihre Nachtruhe sicherstellt. Ganz abgesehen davon wird damit auch das nächtliche Sicherheitsgefühl in der Stadt deutlich gesteigert. Eine Win-Win-Win-Situation also, die mit Sicherheit Nachahmer in anderen Gemeinden finden wird.

Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich bei den Wörgler Gastronomen, die durch ihre einhellige Zustimmung deutlich gezeigt haben, dass es ihnen nicht nur um Umsatz und wirtschaftlichen Erfolg geht, sondern dass sie auch Mitverantwortung für das gesellschaftliche Leben in Wörgl tragen wollen und ihr Interesse einem guten Miteinander mit der Wörgler Bevölkerung gilt.

Meine Hochachtung! Ich werde diese verantwortungsvolle Haltung gerne meinerseits durch eine großzügige und unbürokratische Behandlung von Veranstaltungsgenehmigungen in den einzelnen Lokalen beantworten.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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security , sperrstunde


L2

Nun ist sie also im Testbetrieb - die erste Doppellooping-Wasserrutsche der Welt "L2" im Wörgler WAVE. Und wer im Vorhinein sagt: "Das ist definitiv nichts für mich!" oder "Klar hau ich mich runter!" macht es sich zu leicht. Hier ein allererster und brandheißer Testbericht.

Die Entscheidung ist gefallen! Als Bürgermeister muss man die Dinge, die man seinen Bürgern zumutet, schon vorher ausprobieren. Außerdem mag ich Grenzerfahrungen und beurteile viele Dinge aus diesen heraus. Auch die Sportreferentin unserer Stadt, Evelin Treichl, sieht das so und lässt es sich nicht nehmen, den Test mitzumachen. Also nichts wie raus zum WAVE, Badehose und Handtuch im Gepäck, um dem Kick "L2" vor Beginn des offiziellen Testbetriebs auf den Grund zu gehen.

Die Techniker sind noch voll am Werken, der Aufgang nicht fertig, überall kleben noch Schutzfolien, von den Wänden tropft Kondenswasser - Baustelle eben. Aber man hat uns versichert, dass die Rutsche an sich fertig ist und alle Systeme funktionieren sollten. Vorerst warten wir bei einem hervorragenden Espresso an der Poolbar, bis wir grünes Licht bekommen. Dieses verzögert sich, weil einer der sechs Wasserkreisläufe noch nicht funktioniert und wir nicht streckenweise über trockenes Gelände rutschen wollen. Eineinhalb Stunden später kommt das "Go". Die Systeme sind hochgefahren, das Wasser läuft überall, wo es soll - L2 ist bereit für den ersten Test.

Die enge Treppe hinauf zum Startpodest scheint kein Ende zu nehmen. Mit jeder Stufe stellt sich nun ganz zaghaft ein mulmiges Gefühl ein. Man bekommt doch Respekt vor 25 Metern Höhe und erinnert sich dumpf an die waghalsigen Sprünge vom 10-Meter-Brett in der Jugendzeit. Endlich oben angelangt, öffnet sich uns ein beeindruckendes Panorama über das Inntal durch eine offene Glasfront und damit auch ein erster Blick auf die Rutschenkonstruktion, die nach einer fast senkrechten Röhre erst weit unter uns in einen ersten waagrechten Teil übergeht, der zum ersten Looping führt. Der Respekt steigt!

In der Mitte des Startraums ragt in Form einer runden Telefonkabine das oberste Ende der Rutschenröhre heraus, daneben eine Steuerkonsole zur Überwachung der Parameter und zum manuellen Auslösen des Starts.

Mein Blick trifft sich mit dem der Sportreferentin und wir sind uns ohne Worte einig: Da müssen wir jetzt wohl durch! Der Puls geht nicht nur aufgrund des vorangegangenen Aufstiegs etwas schneller. Mit Walkie-Talkies kommunizieren die Techniker an den verschiedenen Stellen der Rutsche und bestätigen nacheinander das Funktionieren der einzelnen Systeme.

Als erstes rutscht der Konstrukteur. So soll es sein! Immerhin hat er die Rutsche entworfen und gebaut und soll auch als Erster wissen, wenn sie nicht funktioniert ;-) Aber auch er hat erheblichen Respekt vor seinem Baby. Nach einigen Vorbereitungen steigt er in die Startkabine, kreuzt die Arme vor der Brust und gibt durch die Glastür das Zeichen der Bereitschaft. Der Operator löst den Start aus - der Konstrukteur verschwindet blitzschnell im Boden. Nach einiger Zeit kommt die Bestätigung per Funk, dass er tatsächlich wohlbehalten unten angekommen ist. Beruhigend! Jetzt bin ich dran!

Die Glastür zur Startkabine muss noch händisch aufgeschoben werden, weil der entsprechende Motor noch nicht angeschlossen ist. Ich steige mit mulmigem Gefühl in die enge Kabine und stehe nun auf der metallenen Startklappe, die sich in wenigen Sekunden schlagartig unter mir öffnen wird. Zurückgelehnt an die Wand, die Arme wie vorexerziert vor der Brust gekreuzt, warte ich darauf, dass mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Über meinem Kopf quillt Wasser heraus und strömt meinen Rücken entlang in den Schlund unter der Klappe. Ich nicke dem Operator zu. Bereit! Endlos scheint mir die Zeit, in der nichts passiert, aber ich weiß, dass wieder über die Funkgeräte die Funktion der Systeme abgestimmt wird. Aus heiterem Himmel gibt der Boden unter mir nach und die Adrenalinschleusen in meinem Körper öffnen sich. Nahezu freier Fall über 15 Meter! Aber man kommt gar nicht dazu, darüber nachzudenken, denn schon - mittlerweile auf 67 km/h beschleunigt - wird es flacher, drückt es mich mit 2,5facher Erdanziehung an die Wand, und es geht wieder nach oben in den ersten Looping. Wahnsinn!

Die Rutsche ist lichtdurchlässig, sodass man den Weg, den man in enormer Geschwindigkeit entlanggleitet, gut sehen kann. Die Falllinie ist schnurgerade wie in einer Bobbahn. Kein Hin-und-Her-Pendeln stört den rasanten Lauf. Schon geht es fast kopfüber über den ersten Loopinghöhepunkt und danach gleich noch einmal steil nach unten. Wieder ein Tiefpunkt, jetzt der Wechsel auf die andere Seite (ich denke für einen Moment unwillkürlich an Kurvendiskussionen und Differentialgleichungen) und wieder nach oben in den zweiten, etwas flacheren Looping. Wieder nach unten und in einem langgezogenen Bogen, den man blitzschnell durchmisst, donnere ich nach gerade mal 10 Sekunden Rutschzeit in den mit Wasser gefüllten Landeteil, der mich ziemlich brutal abbremst.Wow! Geschafft! Die Endorphine wallen durch meinen Körper. Der absolute Wahnsinn!

Ich steige aus dem Landebecken und warte auf Evelin. Wieder vergeht viel Zeit, bis alles gecheckt ist. Dann höre ich am Dröhnen aus dem Rutschenschlund, dass jemand auf dem Weg ist. Sekunden später schießt sie wie zuvor ich mit High-Speed aus der Röhre und bleibt Sekunden wie betäubt im Landebecken liegen. Auch sie muss die grenzwertige Fahrt erst verdauen. Aber dann lächelt sie.

Resümee: Die neue Rutsche ist der absolute Overkick. Es kostet erhebliche Überwindung, aber wenn man es geschafft hat, entschädigt die Erfahrung und das Glücksgefühl für Vieles. Die Rutsche ist nunmehr auch vom TÜV geprüft und freigegeben und die Überwachungssysteme samt Absicherungsmaßnahmen machen die L2 nicht nur zur spektakulärsten sondern wohl auch zur sichersten Wasserrutsche der Welt. Beide Daumen hoch!

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

Ein paar Fakten:

  • Die L2 im WAVE ist die erste Doppellooping-Wasserrutsche der Welt
  • Die L2 kostet € 900.000,-- wovon aus regionaltouristischen Gründen € 720.000,-- der Tourismusverband "Ferienregion Hohe Salve" beisteuert.
  • Die Rutsche ist ab 14 Jahren zugelassen
  • Mindestgewicht 40 kg, Höchstgewicht 130 kg
  • Mindestgröße 1,30 m.
  • Testbetrieb € 1,50 ohne Limit (so oft man will)

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l2 , wave


Migrantinnen

Die Integration von Migranten ist zweifellos das emotionalste und auch mit Abstand präsenteste Thema im derzeitigen Wörgler Gemeinderatswahlkampf und ich bekomme immer wieder eMails und Briefe, welche die Sorgen der Bevölkerung zu diesem Thema zum Ausdruck bringen.

Hier daher meine zentrale und hoffentlich deutliche Stellungnahme dazu:

Ich bekenne mich ganz klar zu einem vernünftigen und werthaltigen Weg der Mitte.
Integration mit allen Konsequenzen einfordern, aber in menschlich anständiger und wertschätzender Weise!

Das bedeutet konkret:

1. Eine klare Absage an linkes Gutmenschentum nach dem Motto „Alle MigrantInnen sind lieb und herzlich willkommen“!

2. Eine ebenso klare Absage an rechte Hetze und Pauschalverurteilungen gegen Muslime, Türken oder Angehöriger anderer Rassen und ethnischer Minderheiten wie die psychologische Untergriffigkeit hervorgehobener „Ös“ und „Üs“ auf aktuellen Wahlplakaten.

Zu folgenden Grundsätzen bekenne ich mich:

  • Ja, ich fordere ganz klar die Erlernung der deutschen Sprache von allen Zuwanderern als Grundvoraussetzung für gegenseitiges Verständnis und ein harmonisches Zusammenleben.
  • Ja, ich fordere die Anerkennung und Berücksichtigung unserer Bräuche, Kultur und Rechtsordnung. Wenn es bei uns seit Urzeiten der Brauch ist, dass man auf der Straße zurückgegrüßt wird, dann sollten das auch die Migranten beherzigen, ohne dabei ihre väterliche Kultur aufgeben zu müssen.Wenn man sich bei uns gerne in gemeinnützigen Organisationen für das Gemeinwohl engagiert, dann würde das auch den Migranten nicht schlecht zu Gesicht stehen, die ja auch von diesen Organisationen profitieren. Ich hatte kürzlich die Freude, ein äußerst positives Beispiel dafür bei der Wörgler Feuerwehr für unser Stadtmagazin zu interviewen.Wenn man bei uns einer Frau mit dem gleichen Respekt und Achtung begegnet wie einem Mann, dann haben das auch die zugewanderten Männer uneingeschränkt zu akzeptieren.
  • Ja, ich fordere den ehrlichen Willen zur Integration von den Zuwanderern und die Bereitschaft, sich mit ihrer neuen Heimat aktiv auseinanderzusetzen.
  • Und ja, ich erteile jedweder Parallelgesellschaft in Wörgl, die sich selbst genügt und der Integration entgegen arbeitet, eine vehemente Absage.

Aber dafür braucht es einerseits den Dialog, den ich seit Jahren erfolgreich pflege (warum wohl kandidiert in Wörgl keine Migrantenliste??), und gibt es andererseits durchaus auch bei uns Hausaufgaben zu machen, die uns – man staune – gerade unsere gern in den Abwehrkampf geworfene christliche Wertetradition aufgibt.

  • Wir müssen auch zulassen, dass die „Neuen“ in unsere Gesellschaft integriert werden. Integration ist keine Einbahnstraße! Sie braucht Bereitschaft auf BEIDEN Seiten. Und es ist mehr als naiv anzunehmen, man könnte diese Menschen einfach einpacken und wieder nach Hause schicken, wo immer ihr „Zuhause“ auch sein mag.
  • Wir müssen die Migranten trotz der Forderung nach Integration in ihrer kulturellen und religiösen „Andersartigkeit“ akzeptieren und dürfen ihnen nicht das Recht auf ihre Geschichte, Religion und Kultur absprechen. Das würden wir uns in der Fremde doch auch nicht gefallen lassen! Vielfalt bedeutet in einer Gesellschaft IMMER mehr Chancen, höhere Krisensicherheit und komplexere Lösungskonzepte bei auftretenden Problemen.
  • Wir sollten schon aus Eigennutz auch Interesse für DEREN Werte und Lebenskonzepte zeigen, weil das nicht nur zum gegenseitigen Verständnis beiträgt sondern durchaus auch unseren älplerischen Horizont erweitern kann.
  • Wir müssen die Zuwanderer als Menschen achten und wertschätzen, weil es aus dem Wald zurückhallt, wie man hineinruft, vor allem aber, weil das DER fundamentale Grundwert unserer christlichen Gesellschaft ist.

Der Verein „Integrationszentrum Wörgl“ arbeitet zum Beispiel intensiv an all diesen Dingen und ist eifrig bemüht, Vertrauen zu schaffen statt Misstrauen, Verständnis statt Vorurteile, Zusammenarbeit statt Aversion. Gerade diesen aktiven Verein abschaffen zu wollen und gleichzeitig von fehlender Integrationsarbeit zu sprechen, ist ein Hohn und an Zynismus kaum mehr zu überbieten.

Hier noch das Ende der Märchenstunde unserer kommunalen Möglichkeiten:

  • Die Stadt hat absolut KEINEN Einfluss auf die Zuwanderung – reine Bundeskompetenz!
  • Die Stadt hat KEINEN Einfluss in der Vergabe der österr. Staatsbürgerschaft – reine Bundeskompetenz!
  • Die Stadt hat KEINE Möglichkeit, die Migranten-Schüleranzahl in den Klassen zu limitieren – reine Bundeskompetenz!
  • Die Stadt kann lediglich über die Vergabe der Sozialwohnungen gewisse Limitierungen einführen, die wir kürzlich als erste Gemeinde Tirols beschlossen haben (max. 15 % Anteil an nicht EU-Bürgern pro Wohnblock und grundsätzliche Deutschkenntnisse vorausgesetzt). Allerdings werden diese Richtlinien bereits mit dem Vorwurf der EU-Widrigkeit angefochten. Wir werden trotzdem dafür kämpfen.

Und noch ein paar interessante Zahlen:
Insgesamt setzen sich derzeit die rund 15 % Nichtösterreicher (dieser Anteil findet sich in etwa in allen Ballungszentren Tirols) im Rahmen der 12.907 Wörglerinnen und Wörgler aus 55 (in Worten: Fünfundfünfzig) unterschiedlichen Nationalitäten zusammen – von Afghanistan bis Zypern.

Davon stellen die Migranten aus den Ex-Jugoslawischen Staaten mit 663 die größte Gruppe, dann kommen die Türken mit 563 Vertretern und gleich danach die Deutschen mit 392.

Mit Hass und Feindschaft kommen wir jedenfalls genauso wenig weiter wie mit dem Hinhalten der anderen Backe.

Der Bürgermeister und die Gemeinderäte haben die Verantwortung, für ein friedliches und fruchtbares Zusammenleben ALLER in Wörgl zu sorgen. Und das funktioniert nicht mit zynischen, populistischen Feindbild-Parolen, die zu Hass und Gewalt führen, und auch nicht mit blauäugiger Naivität, die zum Ausnutzen unseres Systems führt, sondern nur Schritt für Schritt mit vernünftigen, konsequenten Maßnahmen. Dafür stehe ich!

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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integration , wörgl


Bahnhofstraße Wörgl

Der Wunsch, die Bahnhofstraße für den motorisierten Verkehr zu sperren und auf Dauer den Bummlern, Window-Shoppern und Flaneuren zu reservieren, ist schon Jahrzehnte alt. Und gerade vor Gemeinderatswahlen keimt diese Diskussion gerne wieder auf.

Es ist schön, wenn man durch die Wiener Kärntnerstraße, die Salzburger Getreidegasse oder die Innsbrucker Altstadt promenieren und ungestört von Autos die Auslagen der zahlreichen Souvenier- und Einzelhandelsgeschäfte bewundern kann. Aber lässt sich dieses Ambiente, das wir auch von den Fußgängerzonen unserer beliebten Urlaubsdomizile kennen, einfach auf Wörgl übertragen? Das Experiment hätte einen enorm hohen Preis, wenn der Erfolg ausbliebe und die Geschäfte aufgrund erheblicher Umsatzeinbußen der Reihe nach schließen müssten.

Daneben gilt es noch, ganz pragmatisch die Rahmenbedingungen (Zufahrten, Verkehrsströme, Anlieferung, etc.) zu berücksichtigen. Der Teufel steckt eben oft im Detail. So ist zum Beispiel die Zufahrt zu zahlreichen Liegenschaften der Bahnhofstraße nur durch selbige möglich. Man kann aber wohl nicht ganze Häuser (inkl. der Apotheke) ihrer Zufahrt berauben. Zahlreiche Ausnahmen für Anrainer, Behinderte, Taxis, City-Busse, etc. würden aber andererseits das Konzept so sehr verwässern, dass man im Endeffekt wieder nur von einer Verkehrsberuhigung sprechen könnte.

Ein Versuch an den Wochenenden über eine längere Zeit und auch die gelegentlichen Straßensperren bei Veranstaltungen haben eindeutig ergeben, dass die betroffenen Geschäfte in den gesperrten Zeiten durchwegs Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten, was derzeit, wo es aufgrund der wirtschaftlichen Situation ohnehin alle schwer haben, besonders fatal wäre. Fußgängerzonen brauchen ein touristisches Umfeld, das in Wörgl nur in der Hochsaison bei Schlechtwetter gegeben ist, wo die Gäste der Region bei uns Shoppen gehen.

Das schöne Gefühl, ungestört bummeln zu können, sorgt allein offenbar noch nicht für höhere Kaufkraft. Vor leeren Geschäften zu flanieren, kann aber auch nicht das Ziel sein. Viele der Geschäfte in der Wörgler Bahnhofstraße sind aufgrund ihres Sortiments derzeit kaum geeignet für eine Fußgängerzone. In einer solchen darf es normalerweise nur Dinge geben, die man in einem Plastiksackerl mitnehmen kann. Sicher kann man argumentieren, dass sich die Geschäftsstruktur langfristig den Rahmenbedingungen anpassen würde, aber das ist zynisch, bedeutet es doch, dass die „unpassenden“ Geschäfte ihre Existenz verlieren würden.

Die vier Adventssamstage, an denen die Innenstadt für den Fußgängerverkehr reserviert ist, sind sehr beliebt, aber sogar an diesen klagen die Geschäfte über geringere Umsätze als sonst. Es braucht für eine funktionierende Fußgängerzone neben gewachsenen Strukturen und einem touristischen Umfeld zahlreiche Rahmenbedingungen wie ein effizientes Stadtmarketing, das wir derzeit gerade neu aufstellen, Verkehrslösungen wie Zufahrten und Parkplätze, vor allem aber eine zuversichtliche Grundstimmung der Betroffenen.

Es ist nicht die Zeit für riskante Experimente. Das Umfeld spricht derzeit gegen eine Fußgängerzone in der Wörgler Bahnhofstraße. Man wird sehen, was die Zukunft bringt, aber solch gravierende Entscheidungen sind mit großer Sorgfalt und Verantwortung vorzubereiten und zu treffen. Und verantwortungsvolles Handeln darf nicht durch populistische Forderungen geleitet werden.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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fußgängerzone , wirtschaft , wörgl


Podiumsdiskussion bei der eGov-Konferenz

Die Österreichische eGovernment-Konferenz 2010 der Donau-Universität Krems, des österr. Städtebundes und des österr. Gemeindebunds fand – hochkarätig bestückt – am 5. Februar im Wörgler Veranstaltungszentrum KOMMA statt.

Und das war kein Zufall!

Ich hatte dabei die Ehre, mit einschlägigen Persönlichkeiten am Podium zu diskutieren und in einem eigenen Vortrag das bereits viel beachtete Modell Wörgl zu skizzieren. Einen Bericht über die Konferenz gibt es auf Digital Government 2.0.

Die Stadt Wörgl hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem österreichweiten Referenzmodell für kommunales eGovernment entwickelt und steht heute kurz vor der Umsetzung der Vision, die städtischen Verwaltungsverfahren durchgängig vom Antrag bis zur Erledigung medienbruchfrei und damit papierlos abwickeln zu können.

Haben wir vor etwa zwei Jahren die innovative Gemeindeplattform vivomondo entwickelt, auf der www.woergl.at läuft und die von Anfang an als Frontend für eGovernment konzipiert war, gibt es heute bereits echte Online-Formulare, welche die Informationen direkt in einen amtsinternen elektronischen Akt weiterleiten. Dort werden sie von den zuständigen Sachbearbeitern effizient und mit hoher Qualität bearbeitet und erledigt. In Kürze – die dafür notwendige offizielle Amtssignatur der Stadt ist bereits in Vorbereitung – werden diese Erledigungen auch online zustellbar und damit der Kreis geschlossen sein.

Damit ist es aber nicht getan! Natürlich ist eine Straffung der Verwaltung, die mit Kosteneinsparungen und gleichzeitig höherer Qualität verbunden ist, ein sehr erstrebenswertes Ziel. Die Zukunft bietet aber noch viel mehr, und zwar auf zwei parallelen Wegen.

Zum Einen bietet eGovernment die Chance für Städte und Gemeinden, effektiv zusammenzuarbeiten. Es ist nun realistisch möglich, dass sich eine Gemeinde in einem bestimmten Fachgebiet spezialisiert und dieses Feld auch für andere Kommunen mitbetreut. Ein gutes Beispiel dafür ist das Bauverfahren, das höchst komplex und rechtlich anspruchsvoll ist und hohe organisatorische Anforderungen stellt. Eine kleine Gemeinde, die nur zwei bis drei Bauvorhaben jährlich abwickeln muss, ist dabei rasch überfordert. Dabei ergeben sich enorme Einsparungen im Verwaltungsbereich und gleichzeitig eine wesentliche Verbesserung der Verfahrenssicherheit und -qualität. Die Stadt Wörgl wird in Kürze erste gemeindeübergreifende Kooperationsmodelle starten und hier Erfahrungen sammeln.

Der zweite Weg ist noch spannender. Er betrifft die Gemeinde und ihre Mitglieder im weitesten Sinne, also die Bürger, Unternehmen, Vereine, Organisationen, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter. Sie alle haben konkrete Interessen an der Entwicklung ihrer Heimatstadt und sie alle könnten sich – die organisatorischen und technischen Grundlagen vorausgesetzt – in diesen Interessensfeldern aktiv einbringen, an der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung teilnehmen, Informationen beitragen oder sich einfach nur selber im Detail informieren.

Dazu sind aber Werkzeuge zu entwickeln, die diese Partizipation reibungslos ermöglichen, und damit unsere Gesellschaft zu einer neuen gemeinsamen Qualität führen können. Solche Werkzeuge sind bereits in Entwicklung und werden in Kürze vorgestellt. Über die nächsten Jahre müssen sie ergänzt, optimiert, erweitert und den konkreten Anforderungen angepasst werden. Ideen dazu sind herzlich willkommen!

Die modernen Möglichkeiten des eGovernment können so helfen, unsere Gesellschaft zu einer neuen partizipativen Demokratie als goldenem Mittelweg zwischen der Repräsentativ- und der Basisdemokratie weiterzuentwickeln, die ungeahnte Chancen eröffnen wird. Ich freue mich sehr darauf, diese beiden Wege zu beschreiten.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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eGovernment , gemeindekooperation , partizipative demokratie


Die Gemeinden Tirols

Stagnierende Einnahmen im Sog der globalen Rezession und gleichzeitig der ständige Ruf nach mehr und besseren öffentlichen Leistungen setzen die Gemeinden gehörig unter Druck.

Immer lauter werden die Stimmen, die als einfaches Rezept nach Gemeindezusammenlegungen rufen und glauben, dass durch die Abschaffung von ein paar Bürgermeistern und Gemeindesekretären alles getan sei. Aber weit gefehlt! Dies würde nur dazu führen, dass regionale Strukturen, Identitäten und Netzwerke zerstört würden und der Grundsatz der Subsidiarität wieder etwas mehr unter die Räder käme.

Der richtige Weg – und der wird sich durchsetzen – ist die Kooperation von Gemeinden, die Spezialisierung auf besondere Kompetenzfelder und die Nutzung von Einsparungen und Synergieeffekten nach wirtschaftlichen Grundsätzen. Denn natürlich ist es nicht vertretbar, dass eine Gemeinde ihr gesamtes Budget für die eigene Verwaltung verwenden muss, ohne noch Mittel für neue Infrastruktur und die kommunale Wohlfahrt übrig zu haben.

Mit anderen Worten: Gemeinden müssen wie erfolgreiche Unternehmen agieren, sich anpassen, zusammenarbeiten und mit innovativen Ideen und Konzepten ihren Bestand immer wieder rechtfertigen, ohne ständig am Tropf des Gemeindeausgleichsfonds zu hängen.

Dabei braucht aus nicht unbedingt starre Gemeindeverbandsstrukturen. Das funktioniert auch ganz einfach und unbürokratisch im Wege des Leistungsaustauschs. Was spricht dagegen, dass eine Gemeinde für alle benachbarten Regionsgemeinden die Lohnverrechnung übernimmt, so wie das schon heute bei den Standesämtern gemacht wird?

Was spricht dagegen, dass eine Gemeinde die Sportstätten der gesamten Region verwaltet und mit modernen Hilfsmitteln ein effizientes Facility-Management für alle führt?

Was spricht dagegen, dass zum Beispiel die dynamische Stadt Wörgl mit ihrer Baukompetenz diese weiter ausbaut und für die gesamte Region die komplexen Bauverhandlungen und –verfahren abwickelt?

Auch bei einer Operation fühlt man sich bei einem routinierten Chirurgen sicherer, der diesen Eingriff täglich macht, als bei einem, der ihn nur zweimal im Jahr durchführt.

Diese Backoffice-Kooperationen müssen sich nicht unbedingt auf physisch benachbarte Gemeinden beschränken. Durch die modernen Möglichkeiten der Informationstechnologie können auch weit entfernte Kommunen auf diese Art zusammenarbeiten.

Durch solche Rationalisierungen können einerseits hohe und sehr spezifische Qualitätsstandards erreicht und andererseits trotzdem erhebliche Kosteneinsparungen lukriert werden. Anwendungsfelder dafür gäbe es viele. Wohnungsverwaltung, Straßensanierung, Bauhofleistungen, EDV-Betreuung, regionale Gemeindezeitung, Meldewesen, Verkehrsregelungen, Veranstaltungswesen, und, und, und.

Die Stadt Wörgl ist mit ihren gerade in Umsetzung begriffenen eGovernment-Maßnahmen auf dem besten Weg in eine solche Zukunft. Und wir werden in Kürze erste Nachbargemeinden einladen, diese Kooperationsmöglichkeiten mit uns gemeinsam zu testen.

Mein Freund und Präsident des Tiroler Gemeindeverbands, Dr. Ernst Schöpf, sieht das übrigens laut Interview in der TT genauso wie ich.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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Menschen schreiben das Wort Wörgl

JAA, jetzt ist es soweit! Die Kandidaten der Bürgermeisterliste sind vor den Vorhang getreten und haben sich beim Wahlauftakt, Freunden, Bekannten und den Kolleginnen und Kollegen vorgestellt. Ein tolles Team von A - Z !

In der Aula des Bundesschulzentrums herrschte Samstag Nachmittag ausgelassene Stimmung. Die Listenmitglieder samt zahlreichen Freunden bildeten gemeinsam das Wort "Wörgl" ab, das von Fotograf Christoph Ascher professionell abgelichtet wurde. Geduld und Aufmerksamkeit waren gefordert, aber auch Humor und Kontaktfreudigkeit, bis alle richtig standen und das Schriftbild den kritischen Fotografen zufrieden stellte.

Nach meiner kurzen Präsentation des Arbeitsprogramms "Wörgl 2016" konnte ich die einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten der Presse und den Gästen vorstellen. Fast alle der 42 Mitstreiter hatten sich an diesem wunderschönen Nachmittag eingefunden, der sonst für Kitzbühel oder Schifahren genutzt worden wäre.

Und ich bin richtig stolz auf dieses tolle Team!

Jede und jeder Einzelne eine starke Persönlichkeit mit Kompetenz und Engagement. Dabei ist die Liste sehr ausgewogen nach Geschlechtern, Alter, Stadtteilen und Interessensgebieten. Sie alle wollen sich engagieren für eine gute und verantwortungsvolle Weiterentwicklung unserer Stadt Wörgl. Und genau das werden wir gemeinsam tun! Ich werde meine Freunde und Listenkollegen in den nächsten Tagen natürlich ausführlich persönlich vorstellen. Man darf gespannt sein :-)

Feuerball

Aber das Beste zum Schluss. Es gibt diesmal auf der Bürgermeisterliste ein einzigartiges, neues Wahlsystem:

Der Wähler selber bestimmt bei uns, WER von den 42 Kandidatinnen und Kandidaten in den Gemeinderat einzieht !!!!!!

Nähere Details dazu in Bälde hier im Blog. Wir entwickeln die kommunale Demokratie ein Stück weiter!

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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bürgermeisterliste , gr-wahl


FCB Logo

Wenn ich auch in den allermeisten Fällen die journalistische Arbeit der Wörgler Lokalredakteure sehr schätze, kommt es doch gelegentlich vor, dass ich mich fragen muss, ob ich schon in der gleichen Sitzung war, über die berichtet wird. So auch beim Neubau-Beschluss des Bruckhäusler Fußballvereinsheims.

Im gemeinsamen Ortsteil Bruckhäusl teilen sich die beiden zuständigen Nachbargemeinden Wörgl und Kirchbichl die kommunalen Aufgaben seit eh und je brüderlich.

Das gilt für das Feuerwehrhaus genauso wie für die Volksschule, den neuen Kindergarten, das Pfarrheim, die Vereinsräume für Musikkapelle und Schützengilde, die Bahnhaltestelle, die Stockschützenhalle, die anstehende Dorferneuerung und natürlich auch für den Fußballplatz des FCB. Wenn auch fast alle diese Einrichtungen aus historischen Gründen im Kirchbichler Ortsteil liegen, betreffen sie doch die Bruckhäusler Dorfgemeinschaft insgesamt, die sich zu gleichen Teilen aus der Wörgler und der Kirchbichler Bevölkerung zusammensetzt.

Nun hat sich der Wörgler Gemeinderat aus verschiedenen Gründen über längere Zeit nicht dazu durchringen können, dem zeitgemäßen Neubau des Fußballerheims mit dem dafür notwendigen Budgetbeitrag von € 250.000,-- zuzustimmen, obwohl Kirchbichl den gleichen Anteil bereits seit einiger Zeit zugesichert hatte.

Ein Lokalaugenschein, den ich gemeinsam mit Bürgermeister Rieder aus Kirchbichl durchgeführt habe, zeigte aber die enorme Dringlichkeit der Maßnahme aus platzmäßigen, baulichen und vor allem hygienischen Gründen. Nun kann man darüber streiten, ob das Vereinsheim nicht auch in etwas kleinerer Ausführung möglich wäre, aber wenn man etwas angeht, dann soll man es ordentlich und mit Weitsicht machen, und man hat sich von Seiten der Vereinsführung auch viel dabei überlegt.

Der Wörgler Gemeinderat hat nun in seiner letzten Sitzung dem Bau letztendlich zugestimmt und dabei einen ungewöhnlichen aber der Situation entsprechend sehr sinnvollen Weg gewählt.

Nachdem aufgrund der Großwirtschaftslage die österreichischen Gemeinden – so auch Wörgl – schmerzliche Budgetrückgänge zu erdulden haben und daher viele Projekte zurückstellen oder stoppen müssen, wäre eine Finanzierung des Beitrags aus dem laufenden Haushalt schwer zu rechtfertigen gewesen. Die Sache läuft daher nun folgendermaßen ab:

Der Wörgler Anteil von € 250.000,-- wird in Form eines endfälligen Bankdarlehens bereitgestellt, wobei die Gemeinde Kirchbichl, die als Standortgemeinde und Grundeigentümerin des Fußballplatzes das Bauvorhaben abwickeln wird, logischerweise als Darlehensnehmerin aufscheint. Die Stadt Wörgl übernimmt aber von Anfang an den Zinsendienst für diesen Kredit unter dem Titel einer laufenden Vereinssubvention für den FCB und tilgt das Obligo, wann immer sie es für budgetär sinnvoll erachtet. Nicht mehr und nicht weniger wurde vereinbart. Wörgl finanziert seinen Anteil durchaus üblich über einen Kredit, um keine Rücklagen auflösen zu müssen.

Dass darin manche Medien eine Peinlichkeit orten und gar dem großen, schwarzen Wörgl zynisch unterstellen, es stünde finanziell so schlecht da, dass es sich vom kleinen, roten Nachbarn Kirchbichl Geld leihen müsse, und damit noch einen Keil zwischen die beiden hervorragend zusammen arbeitenden Gemeinden treiben, ist für mich die eigentliche Peinlichkeit dabei.

Man müsste nur mit ein wenig Interesse unseren Haushaltsvoranschlag für 2010 lesen, um leicht zu erkennen, dass Wörgl alles andere als pleite ist. Wir besitzen hohe finanzielle Rücklagen und einen Gesamtvermögensüberschuss inklusive Immobilien und Gesellschaftsanteile – wie der Kassasturz vor etwa einem Jahr gezeigt hat – von rund € 70 Mio. (früher immerhin rund eine Milliarde gute alte Schillinge).

Die Aufgabe der Medien ist nach meinem Verständnis nicht, Entscheidungen des Gemeinderats lächerlich zu machen oder die Finanzlage einer Gemeinde schlecht zu reden und damit die Bevölkerung zu verunsichern, sondern Fakten objektiv, übersichtlich und nachvollziehbar darzustellen. Aber vielleicht sehe ich das heutzutage ja falsch.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

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bruckhäusl , fcb , medien , stadtfinanzen , wörgl


Künstlerischer Weihnachtsbaum

Ich wünsche dir von ganzem Herzen

hell entflammte Weihnachtskerzen.

Nicht nur Lichter sind gemeint,

die am Weihnachtsbaum vereint

zeugen in der Heil’gen Nacht

vom Weihnachtswunder, einst vollbracht.

Ich mein‘ viel mehr den zarten Schimmer

der uns Menschen heut und immer

eint, befreit und fest verbindet,

Gottes wahre Welt verkündet,

der uns Friede, Güte lehrt

und tief in uns die Liebe nährt.

(Arno Abler 2009 – CC-by-sa)

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weihnachten


Audimaxbesetzung

Den österreichischen Studenten ist Respekt zu zollen, dass sie 62 Tage ausgehalten haben, um ihren Anliegen im besetzten Auditorium Maximum der Uni Wien Nachdruck zu verleihen.

Und dankbar sollte man ihnen auch sein für das kompromisslos basisdemokratische Modell, das zwar letztendlich scheitern musste, aber als realer Feldversuch in nächster Zeit ein Eldorado für engagierte Soziologen und Politikwissenschaftler sein wird.

Zwei Fehler fallen aber auf, wenn man einen objektiven Standpunkt einnimmt und die Dinge mit etwas Distanz betrachtet, welche einen echten Erfolg der Bewegung, der durchaus mit Spätzündung noch kommen mag, bis auf Weiteres verhindert hat.

Zum einen ist es der bereits erwähnte basisdemokratische Justamentstandpunkt, der den Studenten wichtiger war als ein schlagkräftiges Verhandlungsteam, das –demokratisch gewählt – den Anliegen Gesicht und Stimme gegeben hätte. Die Vertreter der Politik, allen voran der zuständige Wissenschaftsminister Gio Hahn, taten sich unendlich schwer, Schritte zu setzen, die zu einem tragfähigen Kompromiss führen könnten, wenn kein Ansprechpartner zur Verfügung steht und sich die Forderungen und Dogmen ständig ändern vom bekannten freien Studienzugang bis hin zum für das zentrale Anliegen völlig irrelevanten bedingungslosen Grundeinkommen für alle. Mit einer anonymen, inhomogenen Menschenmenge zu einem Konsens zu kommen, ist schlicht nicht möglich.

Der zweite – gravierendere – Fehler war die Definition der Basisforderung. Die Studenten verlangten zu Recht bessere Rahmenbedingungen für ihr Studium. Schön und legitim! Sie verknüpften diese jedoch von Anfang an mit dem Weg, der dahin führen sollte – nämlich enorme zusätzliche Budgetmittel der öffentlichen Hand. Ausgeschlossen wurden Studiengebühren, auch wenn sie sozial gestaffelt wären, und Zugangsbeschränkungen, auch wenn sie objektiv auf den schulischen Leistungen beruhen.

Freilich wäre es schön (Thomas Morus lässt grüßen), wenn jeder Staatsbürger das Recht hätte, ohne Studiengebühren und ohne Zugangsbeschränkung an allen österreichischen Hochschulen zu studieren, wie es ihm gerade gefällt. Ein Bildungsschlaraffenland muss man sich aber erst leisten können, und das kann Österreich wie auch die meisten anderen Länder dieser Welt definitiv – gerade jetzt – nicht.

Man schwächt aber seine Position, wenn man den Verhandlungspartner so sehr einschränkt, dass dieser keine Möglichkeit mehr hat, die Forderungen auf die eine oder andere Art zu erfüllen oder ihnen zumindest näher zu kommen.

Allgemein gesagt: Wenn man etwas wirklich erreichen möchte, darf man für maximalen Erfolg nur das eigentliche Ziel als Dogma präsentieren, nicht aber den Weg, der dorthin führen soll. Diesen sollte man tunlichst dem Verhandlungspartner offen lassen. Mit jeder Einschränkung der Art der Zielerreichung wird selbiges schwerer erreichbar. Und wenn man alle Wege, die dorthin führen, analog der Quadratur des Kreises ausgeschlossen hat, ist jede weitere Bemühung vergebene Liebesmüh.

Die Ablehnung von Studiengebühren und gleichzeitig von Zugangsbeschränkungen (z.B. Numerus Clausus) führen dazu, dass man aufgrund hoher Studentenzahlen die Studienbedingungen nur mit enorm viel Geld verbessern kann, das nun einmal derzeit einfach fehlt.

Ende!

Außer, eine der Einschränkungen wird aufgehoben, dann geht’s wieder voran.

Arno Abler
Bürgermeister der Stadt Wörgl
a.abler@stadt.woergl.at

Tags:
bildung , studentenproteste , ziele


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